Pressestimmen Hypnotisch Die nostalgisch, mithin wie magisch aufgeladene Atmosphäre kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich greift Henrieke I. Strecker mit Vorliebe auf Bildtechniken aus der Pionierzeit des Mediums zurück - einer Zeit, in der noch der Hauch des Zaubrischen die Lichtbildnerei umwehte. Da gibt es keine stoß- und wasserfesten Kameras mit Selbstauslöser, keine Automatik, keine Digitalanzeige. Nicht einmal ein Objektiv: Sowas baut Strecker eigenhändig aus. Denn ihre Bilder entstehen mit der Lochkamera; Linsen würden da nur stören. Mit langen Belichtungszeiten entstehen in Streckers Wunderkisten Lichtbilder, die in der Tat an den Charme der frühesten Fotografien erinnern. In weichen Konturen und mildem Licht erscheinen die Gesichter, Räume, Requisiten eher als Schemen denn als glasklare Zeichnung. Selbst sanfte Bewegungen werden als Lichtspur sichtbar: Bilder, die auf unnachahmliche Weise zu atmen scheinen. Und da ist die Magierin schon so gut wie am Ziel. Frankfurter Rundschau, Juni 1999
Das sanfte Licht Sehr eindringlich ist dieses Licht bei den Portraits. Es scheint als könne man den Lichtstrahlen dabei zusehen, wie sie die Gesichter abtasten, in aller Ruhe, weil ja genügend Zeit ist. ( ... ) Damit sich die Besucher auch etwas vorstellen können unter Kameras mit Lochblende, unter Zonenplatten und Camera Obscura, sind in einem Glaskasten einige Apparate ausgestellt. Darunter ist auch eine der Kameras, die Henrieke I. Strecker selbst baut, und einer sieht man deutlich an, wie einfach das Prinzip der Lochblende ist. Die besteht aus einer Pappschachtel für Teefilter, und den Autozoom sucht man da vergeblich. Ausstellung im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt am Main
Aufnahmen mit der Lochblende und der Zonenplatte Nur die Urform der Fotokamera bietet Henrieke Strecker die Möglichkeit, das Geschehen um sie herum auf diese Art photographisch festzuhalten. Die Künstlerin verweilt ruhig teilnehmend am gleichen Ort und beobachtet Geschichten, die um sie herum geschehen. So hinterlassen vorbeilaufende Menschen nur schwache Spuren auf einem Bild, scharf umrissen erscheint das Unbewegte. Für Henrieke Strecker haben diese Photos die Qualität von Skizzen. „Diese Bewegungen, Stimmungen will ich in den Bildern wiedergeben. Nicht der isolierte Moment, im Sinne einer Reportage das „wirklichkeitsgetreue“ Abbild, sondern das Erleben in der Situation, in der die Aufnahme entstand. So fülle ich Skizzen, erinnere mich und versuche dem Ausdruck zu geben ...“ Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main
Mit der Lochkamera die Langsamkeit entdecken „Wichtig ist mir bei der Arbeit vor allem die Langsamkeit“, betont die Fotografin. So nutzt sie die Arbeit mit der Lochkamera auch als Innehalten in einem Alltag, der zunehmend durch Geschwindigkeit und Bilderflut geprägt ist. Immer spielt der Zufall eine große Rolle in ihren Werken. „Ich stelle die Kamera meist auf den Boden, benutze kein zusätzliches Licht.“ Auch ihren Modellen lässt sie alle Freiheiten, wenn sie sie bei einer Belichtungszeit von sechs Minuten nur vor ein farbiges Handtuch setzt. ( ... ) Das Ergebnis sind Porträts. die verschiedenste Reaktionen zeigen. Wo kaum geblinzelt wurde, stechen die Augen des Abgebildeten hervor, eine Frau dagegen hat sie völlig geschlossen. Manche Gesichter sind bis ins Fratzenhafte verzerrt oder hinter einem Schleier verschwunden. ( ... ) Immer schafft der Abgebildete das Werk mit, wenn Henrieke Strecker ihre Kamera aufstellt. Frankfurter Neue Presse, Juni 2000
Rätselhafte Seelandschaften Portraits in verhaltenen Farben sind zu sehen ( ... ) mitunter sehr expressiv und manchmal voller Bewegung. Oder rätselhaft wirkende schwarzweiße Seelandschaften und ähnliche Szenerien in sanften bläulichen Tönen. Frankfurter Allgemeine, Juni 2000 |
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